Verträge mit Angehörigen bringen finanzielle Vorteile0

Darlehen, Miet- oder Arbeitsverhältnisse sind auch in Familien möglich. Unter Umständen erzielt man dadurch sogar Steuervergünstigungen. Aber Achtung: Das Finanzamt schaut dabei sehr genau hin. Lesen Sie hier, worauf Sie achten sollten.

Vertrauen ist die Grundlage für ein gutes Geschäft. Und wo vertraut man einander mehr als in der Familie? Darum sind Verträge mit Angehörigen grundsätzlich eine gute Alternative. Mit einigen Konstellationen lassen sich sogar Steuern sparen. Allerdings sollten die Verträge dem prüfenden Auge des Finanzamtes standhalten:

Arbeitsvertrag mit Sohn oder Tochter:

Sie sind Unternehmer und Ihr Kind studiert? Dann haben Sie sicherlich einen kleinen Aushilfsjob für den Nachwuchs. Dafür bezahlen Sie ihn wie verabredet. Seinen Lohn setzen Sie als Betriebsausgaben ab – und Sohn oder Tochter kann unter Umständen bei der Steuer Werbungskosten ansetzen. Wichtig ist, dass Ihnen Ihr Kind nicht bei alltäglichen Dingen hilft. Rasenmähen oder Geschirrspülen würde vom Finanzamt nicht anerkannt. Ablagemachen oder Mahnungenschreiben dagegen schon. Steuerlich korrekt wird das Arbeitsverhältnis, wenn Sie einen schriftlichen Vertrag aufsetzen. Darin sollte zumindest die Art der Arbeit festgehalten werden und die Höhe der Bezahlung. Diese wiederum muss den üblichen Marktpreisen entsprechen und aufs Konto der Hilfskraft überwiesen werden. Zur Sicherheit sollten Sie den Aushilfsjob mit Ihrem Steuerberater besprechen.

Darlehensvertrag mit dem Verwandten:

Von den Eltern oder Großeltern Geld leihen ist eigentlich kein Problem. Allerdings können Familienbande schnell reißen, wenn es ums Geld geht. Darum sollten Sie in einem solchen Fall einen Vertrag aufsetzen, in dem festgehalten wird, wer wem welche Summe schuldet und wie die Rückzahlungsmodalitäten sind. Besonders interessant für Unternehmer kann ein Darlehensvertrag mit dem Ehepartner sein. Beispielsweise leiht der Mann seiner selbstständigen Frau 10.000 Euro. Dann kann sie die Schuldzinsen als Betriebsausgaben absetzen. Er muss dann allerdings die Zinseinnahmen versteuern, kann allerdings den Sparerfreibetrag darauf anwenden. Damit ein solcher Vertrag vom Finanzamt anerkannt wird, müssen einige Details beachtet werden. Sinnvoll ist es, diese mit einem Steuerberater zu besprechen.

Mietvertrag mit den Eltern.

Ein typischer Fall: Die Eltern kaufen eine Wohnung und schließen mit dem Sohn oder der Tochter einen Mietvertrag ab. Vorteil für beide: Die Eltern wissen, dass die Wohnung gut behandelt wird, die Kinder zahlen typischerweise weniger Miete als üblich. Damit das Finanzamt dieses Mietverhältnis anerkennt, muss der verwandte Mieter jedoch mindestens 66 Prozent der marktüblichen Miete bezahlen. Außerdem ist ein Mietvertrag nötig, der dem entspricht, den Sie mit einem Fremden schließen würden. Und Ihr Mieter muss das Geld regelmäßig überweisen. Auch in diesem Fall empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Experten. Erkennt das Finanzamt den Mietvertrag nämlich nicht an, können Sie als Vermieter im schlimmsten Fall die Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Wohnung entstehen, steuerlich nicht absetzen.

Hinterlasse einen Kommentar