Ein Jahr Freiwilligendienst im Ausland0

Nach dem Abi sofort an die Hochschule? Kann man machen. Allerdings locken viele unterschiedliche Freiwilligendienste für begrenzte Zeit ins Ausland. Das fördert die Persönlichkeit, die Sprachkompetenz und die interkulturellen Fähigkeiten.

Nach der Schule direkt in den Beruf oder ins Studium, das geht vielen jungen Menschen zu schnell. Die Welt ist groß und da draußen gibt es viel zu entdecken: andere Kulturen, andere Sprachen, andere Mentalitäten. Wer sich jenseits von westlichen Ländern und großen Hotelketten bewegt, wird einen neuen Blick auf Deutschland und auf sein eigenes Leben bekommen – und nebenbei noch Sprachkompetenzen erwerben und ein interkulturelles Wissen, das die Persönlichkeit prägt und für die berufliche Zukunft wichtig sein kann.

Dazu muss man nicht zwangsweise den Rucksack packen und allein durch die Weltgeschichte reisen. Vielmehr kann ein Auslandsaufenthalt in jungen Jahren klar strukturiert ablaufen, und zwar im Rahmen eines Freiwilligendienstes. Je nach Anbieter richten sie sich an junge Menschen zwischen 18 und häufig maximal 30 Jahren. Diese Dienste dauern oft ein Jahr, aber es sind auch kürzere Einsätze möglich. Ziel: häufig Schwellen- oder Entwicklungsländer. Denn dort wird meistens Hilfe benötigt – auf ganz unterschiedlicher Ebene. So kann ein Schlosser beispielsweise sein Wissen an einer Berufsschule in Uganda einbringen, ein Student der Kulturwirtschaft in einer Kindertagesstätte arbeiten. Der Freiwilligendienst ist also nach der Lehre oder dem Studium möglich, je nach Alter aber auch davor oder zwischendurch. Je früher man Freiwilligendienst leistet, desto eher kann er die Ausbildung oder Berufsrichtung beeinflussen.

Bezahlen, obwohl man arbeitet?

Wer einen Freiwilligendienst absolviert, bekommt höchstens eine kleine Vergütung für seine Arbeit. In der Regel muss man sogar noch dafür bezahlen, dass man in einem anderen Land ohne Lohn arbeiten darf. Das liegt daran, dass sich die meisten Entsendeorganisationen über Spenden finanzieren. Jeder Kopf, der für sie arbeitet, verursacht aber auch Kosten, denn er muss irgendwo schlafen und versorgt werden. Darum wird von den meisten Organisationen erwartet werden, dass du während des Freiwilligendienstes einen Spenderkreis aufbaust, der monatlich ein bisschen Geld überweist. Vielleicht können deine Eltern oder deine Großeltern dich dabei unterstützen.

Du solltest versichert sein und Kost und Logis sollten übernommen werden. Frag nach, bevor du dich bewirbst. Denn einen Freiwilligendienst kann man nicht einfach buchen wie einen Urlaub, man muss sich darum bewerben. Die Entsendeorganisationen haben in der Regel feste Bewerbungsfristen. Darum ist es sinnvoll, sich früh genug um das Thema zu kümmern. Oft gibt es vor dem eigentlichen Einsatz ein Treffen, in dem die Freiwilligen vorbereitet werden auf das, was sie erwartet. Sind sie zurück in Deutschland, müssen sie noch einen Erfahrungsbericht abgeben.

Wo Freiwillige gesucht werden

Es gibt sehr viele Organisationen, die Freiwilligendienste anbieten, auch auf regionaler oder lokaler Ebene. Es lohnt sich, einfach einmal im Internet nach „Freiwilligendienst“ zu suchen. Allerdings sind die Einsatzorte der regionalen oder lokalen Anbieter oft in Deutschland, nicht im Ausland. Gute Anlaufstellen sind außerdem diese Internetseiten:

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